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Der Dichter und die Meerschweinchen

Cover von Der Dichter und die Meerschweinchen

Kerr, Alfred

S. Fischer Verlag GmbH

"Ein Vermächtnis innerhalb dessen, was wir die Literatur des deutschen Exils nennen." Günther Rühle

19.90

(inklusive MwSt.)

Verfügbarkeit: Besorgungstitel, Festbezug

Zusatztext

Geflüchtet vor den Nazis, lebt der Dichter Clemens Teck während des Zweiten Weltkriegs mit seiner Familie in einem Boarding House in London und trifft dort auf Flüchtlinge aus Europa, 'ein menschliches Wachsfigurenkabinett'. Um der 'Stauung', dem 'schmerzhaften Leersein' zu entgehen, plant er eine 'vivisektorische Novelle', die nicht Abgelebtes erzählt, sondern in das Leben gleichgültiger Personen provozierend eingreift und sie aus ihrer Bedeutungslosigkeit aufscheucht: Der Schriftsteller als Experimentator, die Menschen als Objekte seiner handelnden Neugier.Diese Geschichte, in deren Form sich die Vorliebe für die deutsche Romantik äußert: episodenhaft, vielfach gebrochen, Prosa und Lyrik munter mischend, ist auch ein Spiegelbild von Kerrs Leben im 'Dauernd-Vorläufigen' des Exils. Sie zeigt den seiner Sprache, seiner Heiterkeit, seiner Erinnerungen noch immer mächtigen Kerr im Kampf gegen das Verstummen, seine Sehnsucht nach dem vormals unberechnet quellenden Leben und die 'Abscheu vor dem einzig noch zu Erwartenden'.

Autorenportrait

Alfred Kerr (ursprünglich Kempner), Deutschlands meistbewunderter und meistgehaßter Theaterkritiker seiner Zeit, wurde 1867 in Breslau geboren und studierte Literaturwissenschaft in Berlin.Er war Mitarbeiter zahlreicher Zeitungen und Zeitschriften, unter anderen an der Breslauer Zeitung, am Tag, dem von ihm geleiteten zweiten Pan und am Berliner Tageblatt. In Buchform veröffentlichte er, neben einer fünfbändigen Sammlung seiner kritischen Arbeiten, vor allem Reiseprosa und Gedichte. 1933 Flucht aus Deutschland. Mühselige Existenz, erst in Paris, später in London. 1948 erlitt er, als Besucher in Hamburg, einen Schlaganfall und nahm sich das Leben. Günther Rühle, einer der angesehensten deutschen Theater­kritiker und Theaterschriftsteller, wurde 1924 in Gießen geboren. Er war von 1960-1985 ­Redakteur im Feuilleton der ­Frankfurter Allgemeinen Zeitung, seit 1974 auch dessen Leiter. 1985-1990 übernahm er die Intendanz des Frankfurter ­Schauspiels, war danach Feuille­tonchef des Tages­spiegel in Berlin. Er editierte u. a. die Werke von Marie­luise Fleißer und von Alfred Kerr, entdeckte dessen Berliner Briefe. Seine großen Dokumentationen Theater für die Republik. 1917-1933 und Zeit und Theater 1913-1945, dann ­seine zusammen­fassende Darstellung Theater in Deutschland. 1887-1945 wurden grundlegend für Erforschung und Nacherleben des Theaters jener Zeit. Günther Rühle war Ehrenpräsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste und Präsident der Alfred Kerr-Stiftung. Er wurde ausgezeichnet mit dem Theodor-Wolff-Preis (1963), dem Johann-Heinrich-Merck-Preis (2007), dem Hermann-Sinsheimer-Preis (2009), dem Binding-Kulturpreis (2010) und der Rahel-­Varnhagen-von-Ense-Medaille (2013). Am 10. Dezember 2021 starb Günther Rühle in Bad Soden am Taunus.Literaturpreise:Theodor-Wolff-Preis 1963Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 2007Hermann-Sinsheimer-Preis 2009Binding-Kulturpreis 2010Rahel-Varnhagen-von-Ense-Medaille 2013

Weitere Details

Erschienen: 25.02.2004

Umfang: 288 S.

Sprache: Deutsch

Einband: GEB

Format: 2.4 x 21 x 13.5 cm

ISBN/EAN: 9783100495143

Umbreit-Nr.: 732097

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