Zeit der Wunder
Zusatztext
Österreich 1938. Der zwölfjährige Bruno kehrt mit seiner Mutter aus den Sommerferien in seine Heimatstadt zurück. Da stoppt der Zug auf freier Strecke, und eine klare Lautsprecherstimme schallt durch den Raum: Alle Ausländer sowie Nichtchristen haben sich sofort registrieren zu lassen. Anzeichen des heraufziehenden Unheils sind überall. Nur Brunos Vater, ein gefeierter jüdisch-österreichischer Schriftsteller, sucht unermüdlich nach Erklärungen für das Unerklärliche. Alle Demütigungen schiebt er auf die Ostjuden. Als die früher so stille Kleinstadt sich immer deutlicher gegen sie wendet und sich die verleumderischen Angriffe auf sein Werk und seine Person verstärken, übernimmt er sogar grundlegend antisemitische Positionen und verlässt Frau und Sohn. Er bleibt nicht der einzige; auch vielen anderen erscheint ihr Judentum jetzt als Makel. Bald darauf ruft der Rabbi alle Juden der Kleinstadt in der Synagoge zusammen. Am nächsten Morgen steht der Viehzug bereit Bruno überlebt. Drei Jahrzehnte später kehrt er aus Jerusalem in die Stadt seiner Kindheit zurück und wandelt auf den Spuren seines Vaters, auf der Suche nach seiner eigenen Vergangenheit.
Autorenportrait
Aharon Appelfeld wurde 1932 in Czernowitz geboren, er starb 2018 bei Tel Aviv. Nach Verfolgung und Krieg, die er im Ghetto, im Lager, dann in den ukrainischen Waldern und als Kuchenjunge der Roten Armee uberlebte, kam er 1946 nach Palastina. In Israel wurde er spater Professor fur Literatur. Seine Romane und Erinnerungen, unter anderem mit dem Prix Medicis und dem Nelly-Sachs-Preis ausgezeichnet, sind in mehr als funfunddreißig Sprachen erschienen, auf Deutsch zuletzt 'Meine Eltern'.
Weitere Details
Erschienen: 01.10.2014
Umfang: 255 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.6 x 19 x 11.5 cm
ISBN/EAN: 9783499259487
Umbreit-Nr.: 5903739
