Berliner Debatte Initial 36 (2025) 4
Wohnen als soziales Problem
Berliner Debatte Initial e V/Ulrich Busch/Thomas Müller
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Zusatztext
Noch vor wenigen Jahren galt die Wohnungsfrage in Deutschland als weitgehend entschärft. Demografische Prognosen sagten einen sinkenden Wohnraumbedarf voraus. Tatsächlich hat sich die Lage jedoch grundlegend verändert: In vielen Regionen, vor allem in Großstädten, kommt es zu einer massiven Verknappung von Wohnraum, steigenden Mieten und Kaufpreisen, sozialer Segregation, Gentrifizierung und wachsender Obdachlosigkeit. Die Wohnungsfrage ist damit zur sozialen Frage unserer Zeit geworden. Ihre Ursachen und Folgen reichen weit über Marktmechanismen hinaus. Wohnen ist ein politisches und soziales Grundrecht - und zugleich ein Feld ungleicher Macht- und Eigentumsverhältnisse. Wer über Wohnraum verfügt, profitiert; wer auf den Markt angewiesen ist, gerät zunehmend unter Druck. Der Themenschwerpunkt dieser Ausgabe fragt, wie ökonomische, soziale, politische und kulturelle Perspektiven zusammengedacht werden können, um soziale Ungleichheit und Besitzkonzentration im Wohnungswesen besser zu verstehen und Alternativen zu entwickeln. Die Beiträge dieses Heftes bieten interdisziplinäre, fallbezogene Analysen und eröffnen neue Perspektiven auf ein zentrales gesellschaftliches Konfliktfeld. Sie laden dazu ein, das Wohnungsproblem nicht nur zu diagnostizieren, sondern in seiner sozialen Tragweite zu begreifen.
Weitere Details
Erschienen: 30.03.2026
Umfang: 138 S., 4 farbige Illustr., 2 s/w Tab., 6 Illustr.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
ISBN/EAN: 9783515142199
Umbreit-Nr.: 948930
