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Platon als Erzieher

Cover von Platon als Erzieher

Platonrenaissance und Antimodernismus in Deutschland (1890-1933), Bürgertum Neue Folge, Bürgertum Neue Folge 14, Studien zur Zivilgesellschaft

Pohle, Richard

Vandenhoeck & Ruprecht

Um 1900 begann eine aus unterschiedlichen Quellen gespeiste Phase neuer Platon-Rezeption, in der dieser zum kulturkritischen Erzieher der Gegenwart erhoben wurde. In den kultur- und modernitätskritischen Debatten zwischen Jahrhundertwende und Nationalsozialismus war die Platon-Renaissance der prominenteste Ort, um die für das Bildungsbürgertum zentralen Gegenwartsfragen zu verhandeln. Das Buch thematisiert den auf diese Weise als philosophischen Erzieher, Dichter und Staatsmann 'neuentdeckten' Platon und das sich darin ausdrückende, ebenfalls neu bestimmte Verhältnis der humanistisch Gebildeten zu Staat, Volk und 'Rasse'.

100.00

(inklusive MwSt.)

Verfügbarkeit: Besorgungstitel, Festbezug

Zusatztext

Gegenstand des Buches ist die kultur- und modernitätskritische Wiederentdeckung Platons zwischen Jahrhundertwende und Nationalsozialismus. Es beschreibt die verschiedenen Motive und die Wege, auf denen Platon den Partikelzählenden Philologen entrissen und zu einem kulturellen Korrektiv, später gar zum 'Vorbild des Retters in Zeiten der Auflösung' (Kurt Hildebrandt) erhoben wurde, und es untersucht die Dynamik der sich hieraus entwickelnden und konkurrierenden Programme und Denkstile. In dieser 'Platon-Renaissance' konnten dabei zahlreiche bildungsbürgerliche Gruppen ihre 'verwandte Not' verhandeln und in Platon als dem Erzieher (zum Staat, zum Idealismus, zur Wissenschaft, zum 'hohen Leben' usw.) ein Deutungsmuster entwickeln, das nicht nur ihren ästhetischen oder humanistischen 'Gegenweltbedarf' (Nipperdey) befriedigte, sondern das sich auch in vom 19. Jahrhundert noch unverbrauchte pädagogische und politische Programme übersetzen ließ. Die biographische und politisch-pädagogische Verkürzung der platonischen Frage erleichterte dabei die Übertragbarkeit in verschiedene Kontexte, nicht zuletzt den der Schule. Gerade die seit dem Ende des 19. Jahrhunderts zunehmend unter schulpolitischem Rechtfertigungsdruck stehenden Philologen sollte der sogenannte 'Neoplatonismus' in einen regelrechten Relevanzrausch versetzen, von deren Folgen sich Platon lange, der Humanismus wohl endgültig nicht mehr erholen konnte.

Autorenportrait

<p>Dr. Manfred Hettling ist Professor für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität Halle-Wittenberg.</p>

Weitere Details

Erschienen: 17.07.2017

Umfang: 401 S.

Sprache: Deutsch

Einband: GEB

ISBN/EAN: 9783525368541

Umbreit-Nr.: 9977778

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