Das Mädchen von Sachsenhausen
Zusatztext
Ein Besuch. Ein Ort. Eine Stimme, die nie verstummt ist. Bei einer Führung durch das ehemalige Konzentrationslager Sachsenhausen begegnet ein Besucher etwas, das nicht vorgesehen ist: einem Mädchen. Etwa zwölf Jahre alt. In Häftlingskleidung. Sichtbar nur in Umrissen - und doch unübersehbar. Für sie ist die Zeit stehen geblieben. Der Krieg ist nicht vorbei. Sie sucht noch immer ihre Mutter und ihren kleinen Bruder. Was folgt, ist kein Spuk im klassischen Sinn, sondern ein langsames, unerbittliches Offenlegen von Erinnerung. Das Mädchen beginnt zu erzählen. Nicht symbolisch. Nicht beschönigt. Sondern so, wie ein Kind erlebt, versteht und aushält. Hunger. Warten. Angst. Trennung. Stille. Worte, die nie gesagt wurden. Versprechen, die nicht gehalten werden konnten. Der Besucher hört zu. Bleibt. Und wird zum Träger einer Geschichte, die nicht erlöst werden kann - nur gehört. Das Mädchen von Sachsenhausen ist psychologischer Horror in seiner reinsten Form. Kein Blut. Keine Effekte. Keine Distanz. Der Schrecken entsteht aus Nähe, aus der Unausweichlichkeit von Erinnerung und der Erkenntnis, dass manche Stimmen nur dann Frieden finden, wenn jemand bereit ist, ihnen standzuhalten. Ein Roman über das Weiterleben von Trauma. Über das Zuhören als Verantwortung. Und über die leise, grausame Frage, was geschieht, wenn niemand bleibt. Dieses Buch endet nicht mit dem Zuklappen der letzten Seite. Es bleibt.
Weitere Details
Erschienen: 13.01.2026
Umfang: 60 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.4 x 21 x 14.8 cm
Lesealter: Lesealter: 18-99 J.
ISBN/EAN: 9783565170005
Umbreit-Nr.: 9176711
