Juden in Ostfriesland
Zusatztext
Studienarbeit aus dem Jahr 2003 im Fachbereich Geschichte - Allgemeines, Note: zwei, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg (Historisches Seminar), Veranstaltung: Hauptseminar: Juden in Preussen, Sprache: Deutsch, Abstract: Die relativ tolerante Judenpolitik der ostfriesischen Grafen und Fürsten hatte derostfriesischen Judenschaft recht freiheitliche Lebensbedingungengeschaffen.1Durch die Schutzbriefe des Landesherrn genossen die so genanntenvergleiteten Schutzjuden eine gewisse Rechtssicherheit.2In denJudenschutzbriefen waren alle wichtigen Lebensbereiche der Schutzjudengeregelt, z.B. der Schutz der Persönlichkeit, der Wohnung, derReligionsausübung, der Handelserlaubnis, der Organisation der Gemeinden undder Höhe des Schutzgeldes. Die Schutzbriefe oder Generalgeleite hatten eineLaufzeit von bis zu 20 Jahren und wurden beim Tode des Grafen oder Fürstenvon dessen Nachfolger erneuert.31726/27 kam es im Appellkrieg zu einem Konflikt zwischen dem Fürsten GeorgAlbrecht (1708- 1734) und einem Teil der Stände, aus dem der Fürst als Siegerhervorging. Auch die an der Spitze der renitenten Stände stehende Stadt Emdenmusste sich unterwerfen. Die innenpolitischen Verhältnisse blieben weiter sogespannt, dass sich 1734 nach der Regierungsübernahme des letzten Fürsten vonOstfriesland, Carl Edzard, ein Herrschaftswechsel andeutete.4 Die Stadt Emden,durch den Krieg wirtschaftlich geschwächt und politisch isoliert, versuchteseinen Rang als alte ständische Hauptstadt Ostfrieslands wiederzugewinnen.5Emden ruft noch einmal die Generalstaaten zu Hilfe. Da diese sich aberdesinteressiert zeigen, wendet sich die Stadt durch Vermittlung des Kreis -Direktorialrats Homfeld an Preußen.6 Daraufhin kam es 1744 zur EmderKonvention, in der die Stadt Emden das preußische Nachfolgerecht anerkannte,wenn Emdens Privilegien auf Grundlage der alten Landesverträge bestätigtwerden sollten. Aufgrund einer von Kaiser Leopold 1694 ausgestelltenExspektanz hatten die Hohenzollern für den Fall des Aussterbens der Cirksenadas Recht auf Belehnung des Fürstentums Ostfrieslands erhalten.7 1744 starbCarl Edzard ohne Erben. Mit ihm war der Mannesstamm der Cirksenaerloschen. 8 [...]1 Vgl.:Rokahr: Die Juden in Esens, S.48.2 Vgl.: Brilling , Jüdische Gemeinde in Emden, S.217.3 Vgl. zu diesem Abschnitt: Rokahr: Die Juden in Esens, S. 48f.4 Vgl.: Schnath : Geschichte des Landes Niedersachsen, S.115f.5 Vgl. dazu: Schmidt: Politische Geschichte Ostfrieslands, S.328.6 Zit. nach: Schnath : Geschichte des Landes Niedersachsen, S.116.7 Vgl.: Schmidt: Politische Geschichte Ostfrieslands, S328.8 Vgl. dazu : Schnath : Geschichte des Landes Niedersachsen, S.116.
Weitere Details
Erschienen: 24.03.2003
Umfang: 28 S., 0.31 MB
Sprache: Deutsch
ISBN/EAN: 9783638178143
Umbreit-Nr.: 4552736
