Jazz Klavierschule
Eine kleine Einführung
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Zusatztext
Aufgrund seiner Popularität und wegen des zunehmenden Interesses bei Schülern hat der Jazz auch in Deutschland Einzug in die Lehrpläne von Musikschulen und Hochschulen gefunden. In der Praxis hat sich allerdings gezeigt, dass die Ausbildung sich vielfach auf das Spielen von Standards (Lit. Real Books) reduziert. In der ehemaligen DDR war der Jazz ständig Verboten, Duldung, wieder Verboten und Ächtungen ausgesetzt - entsprechende Literatur gab es nicht. Die damalige Ausbildungsform hieß Tanz- und Unterhaltungsmusik (TUM). Jazzpädagogik, Jazztheorie wie die Akkord-Skalen-Theorie, Spielen und Improvisieren nach Leadsheets etc. wurden hier nicht vermittelt. Mit der vorliegenden Schule soll versucht werden, einen Einstieg in den Jazz am Klavier zu vermitteln. Das Charakteristische des Jazz: Swing, Synkopen (vorgezogene - verlagerte metrische Hauptzeiten), die Bluesmelodik, Modalität, Akkordsymbolschrift und verschiedene Variationen der Improvisation, wird unter Berücksichtigung musiktheoretischer Fakten wie Skalen und Intervalle vermittelt. Anmerkung: Leider werden auch heute noch Jazz, Rock und Pop bei der Ausbildung an Musikschulen gern gleichgesetzt, so als ob es sich in etwa um dieselbe Musik handeln würde. Dies entspricht jedoch weder in Hinsicht des Ursprungs, der Geschichte, noch in der Sachlage den Tatsachen. Jazz hat seinen Ursprung Mitte des 19. Jahrhunderts in der afroamerikanischen Folklore der unterdrückten Sklaven, der Rock im Rhythm and Blues in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Popmusik sind Titel, die unter den verschiedenen Einflüssen von Rock und Jazz, aber auch Folklore und Klassik entstanden sind und Modeeinflüssen unterliegen.
Autorenportrait
Wolfgang Mader, geb. 16. Januar 1949 in Magdeburg; 1953 Inhaftierung und Verurteilung des Vaters im Vorfeld des 17. Juni. Mit 9 Jahren Klavierunterricht, mit 12 erste Kompositionen und regionale Preise, in der DDR bereits als Schüler bis zum Ende der DDR und darüber hinaus aus politischen Gründen verfolgt und staatlich diskriminiert von Seilschaften des SED-Regimes (Auszug aus dem Dossier der Stasiakten: VSH Kartei als Staatsfeind, Zeitspanne: Schüler, Lehrling, freiberufliche Tätigkeit, Musikpädagoge, Registrierung im Vorbeugekomplex zur Internierung in ein Isolierungslager). Gründe: Soziale Herkunft, musikalischen Betätigung (Jazz, Beat), Westkontakte, Ablehnung der Militarisierung in der Schule/Lehre, Totalverweigerer des Wehrdienstes, zugehörig zu einer staatsfeindlichen Gruppe (LGBTI-Gruppe). 1972 Abitur im zweiten Bildungsweg in der Kreisvolkshochschule Schönebeck (keine offizielle Zulassung zum Abitur) 1976 freiberufliche Tätigkeit (Grund: Verweigerung der Delegierung des Betriebes zum Musikstudium, die in der DDR Voraussetzung für das Studium war) 1977 "freier Bewerber" zum Studium an der Hochschule für Musik "Franz Liszt", Weimar 1978 Studium in den Fachrichtungen Klavier (gut), Komposition/Arrangement (sehr gut) Musikpädagogik (gut) Ab 1980 Freiberufliche Lehrtätigkeit an mehreren Musikschulen, ab 1980 an der Musikschule Béla Bartók, 1980 bis 1985 am Konservatorium Magdeburg 1993 Lehrauftrag am Institut für Musik Magdeburg 2003 Hochschuldozent für Jazztheorie, Improvisation und Jazzklavier am Institut für Musik der TH Friedensau Infolge Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen (Menschenversuche an Minderheiten in der DDR) PTSD-geschädigt. Werke u. a.: 1983 "Spuren" (modaler Jazzzyklus) 1985 "Die Tageszeiten" (Soloballett) 1985 "Berührungen" (Chansonprogramm), 1989 "Die Schneekönigin" (Bühnen der Stadt Magdeburg) 1989 "Medeas Kinder" (Freie Kammerspiele) 1993 "Im Duft der Gärten" (vertonte Haiku anlässlich des 5. Weltkongresses) 2002 "Roumanian Folk Dance" 2003 "Sonatine für Jazzband" 2004 "Innovation" (zeitgenössische Kammermusik) 2004 "Sonate für Klavier, Cello, Violine" 2005 "Wolles Blues" 2006 "Studie für K." 2006 "Ehe im Kreis" (Stummfilmmusik) 2008 "Adios Noniño" 2011 "Zwei kleine Episoden" 2012 "Studie für Flöte, Klavier und Streichorchester" 2012 "Funkimpressionen" 2013 "Les Adieux" (Konzert in 3 Sätzen) 2013 "Jazz´n six of a white cloud" 2014 "Vom Fliegen" (Gärtner/Mader) 2016 "Memories of Annett"
Weitere Details
Erschienen: 16.03.2017
Umfang: 80 S., 55 farbige Illustr.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.6 x 29.7 x 21 cm
ISBN/EAN: 9783743149700
Umbreit-Nr.: 2141948
