Gewalt, Macht, individueller Widerstand
Staatsverständnisse im Existentialismus, Staatsverständnisse 77
Nomos Verlagsgesellschaft mbH & Co. KG
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Zusatztext
Der Existentialismus findet wenig Beachtung in der politischen Philosophie, der er als unpolitisch, romantisch, pubertr, obszn gilt. Zurecht beschuldigt man ihn des Individualismus. Denn der Existentialismus geht von einem Primat des Individuums gegenber dem Staat aus, was sich keinem Vertrag, sondern originr der individuellen Widerstndigkeit verdankt. Daraus entsteht politische Macht, whrend undemokratische Staaten darauf zumeist mit Gewalt reagieren. So entwickelt sich ein hochaktuelles Staatsverstndnis, wie es sich als partizipatorische Demokratie im spten 20. Jahrhundert verbreitet. Dieses Staatsverstndnis vertreten vor allem die franzsischen emanzipatorischen Existentialisten, es findet sich aber auch bei Randgngern wie Arendt und Bataille und kann sich auf Wegbereiter wie Kierkegaard und Stirner sowie Nietzsche berufen. Ein metaphysisch religiser Existentialismus von Marcel, Jaspers, Cioran oder am Rande Heidegger und als Vorlufer Bergson insistiert auf einem traditionellen Staatsverstndnis, das lebens- oder seinsphilosophisch renoviert wird. Der Band fhrt vor, dass die Nachwirkungen des verfemten Existentialismus politischer sind, als dessen sprliche, teilweise fragwrdige Rezeption heute glauben machen mchte.
Weitere Details
Erschienen: 16.10.2015
Umfang: 300 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.5 x 22.6 x 15 cm
ISBN/EAN: 9783848719006
Umbreit-Nr.: 8475636
