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Fragen der kulturellen Identität

Cover von Fragen der kulturellen Identität

Donauschwäbische Kultur, Schriftsteller in der Fremde, Relevanz der Sprache., UNIVERSITAS 15

Sterbling, Anton

POP

21.50

(inklusive MwSt.)

Verfügbarkeit: Besorgungstitel, Festbezug

Zusatztext

Kulturelle Identität Aspekte einer historischen und aktuellen Problematik Von kultureller Identität wird in verschiedenen Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften wie natürlich auch in der intellektuellen und medialen Öffentlichkeit mit großer Selbstverständlichkeit gesprochen. Mitunter gewinnt man den Eindruck, dass es sich - ebenso wie bei Interkulturalität - um einen zum Zeitgeist passenden, griffigen Modebegriff mit einem hohen Zirkulationswert handelt. Tatsächlich erscheint dies in einer Welt des immer engeren räumlichen Zusammentreffens der Kulturen, der sich daran entzündenden vielschichtigen Konflikte und einer gleichzeitig entfesselten Dynamik kultureller Vorgänge keineswegs unerwartet oder ungewöhnlich. Dabei bleibt der Begriff der kulturellen Identität in seinen Verwendungen allerdings häufig recht unscharf oder wirkt zudem durch verschiedene inkohärente Bedeutungskonnotationen überladen. Hinzu kommt, dass gegenwärtig oft eine unmittelbare Verschränkung mit Fragen der kollektiven Identität und der individuellen und kollektiven Selbstvergewisserung gegeben erscheint, die die Dinge merkwürdig kompliziert. Eine eingehendere begriffliche Klärung kann und sollte daher sowohl auf dem Weg einer theoriegeleiteten Erörterung wie auch der historisch-materialen Analysen aufgenommen werden. Ganz in diesem Sinne geht es im ersten Teil dieses Bandes um Fragen der donauschwäbischen Kultur und damit zusammenhängender Identitätsprobleme. Hierbei wird zunächst eine Annäherung an den voraussetzungsreichen und zugleich unterschiedlich aufgefassten und akzentuierten Begriff der Kultur vorgenommen. In einem zweiten Schritt werden in historisch angelegten Untersuchungen die Siedlungsgeschichte und die sozialen und kulturellen Entwicklungen der sogenannten Donauschwaben und mithin auch der Banater Schwaben, Rumäniendeutschen, Ungarndeutschen und Jugoslawiendeutschen sowie die jeweils relevanten staatlichen Herrschaftsgegebenheiten und politischen Rahmenbedingungen näher betrachtet. Erläutert wird sodann vor diesem Hintergrund das Konzept der kollektiven Identität, das zur näheren Bestimmung und Abgrenzung ihres jeweiligen ethnisch-kulturellen Selbstverständnisses unter Berücksichtigung des übergreifenden Modernisierungsgeschehens analytisch hilfreich erscheint; und das darüber hinaus eine Einordnungsmöglichkeit in ein anthropologisch-verhaltenstheoretisch differenzierteres Spektrum weiterer sozialer Anerkennungsbedürfnisse ermöglicht. Im zweiten Teil werden unter der Hauptüberschrift Der Schriftsteller in der Fremde Fragen der Wanderung und der Identitätsvergewisserung unter einem etwas anderen Gesichtspunkt aufgenommen. In diesem Fall gilt als Leitfrage, unter welchen spezifischen Bedingungen Dichter und Literaten außerhalb ihres vertrauten heimatlichen Lebens- und Wirkungsraums, also in der Fremde, tätig sind, welche besonderen Sichtweisen ihre Literatur ermöglicht und welches Einsichtsvermögen und kulturelle Bedeutung ihr daher zukommt. Auch hierbei geht es um Identitätsbezüge und sprachlich vermittelte Erschließungs- und Vergewisserungsprozesse sozialer Wirklichkeit im Spannungsfeld zwischen Herkunft, Heimat und neuen gesellschaftlichen Umwelten, Herausforderungen und Konflikten. Im dritten Teil des Buches wird die Vielfältigkeit des Sprachgebrauchs behandelt. Dass diese ein wichtiger und nachgeradezu unverzichtbarer Kernbereich jeder Kultur und kulturellen Identität ist, dürfte wenig strittig erscheinen. Doch begegnet sie uns hierbei vielgestaltig, als Standardsprache, Dialekt, Umgangssprache oder Mundart wie auch als Jargon, wissenschaftliche Fachsprache oder dichterische Ausdrucksweise. Daher erscheint uns in diesem Beitrag von maßgeblichem Interesse, auf unterschiedliche Erscheinungsformen und Verwendungsarten der Sprache, namentlich als lebensweltliche Umgangssprache, kritischer Diskurs und Literatur zu achten, deren jeweilige Grundzüge wie auch soziale Hauptfunktionen herauszuarbeiten und zugleich die entsprechenden Beiträge zur kulturellen Identitätsvergewisserung zu erfassen. Also Kultur, schriftstellerische Tätigkeit, Sprache und Identität bilden mithin die maßgeblichen Bezugspunkte dieses Bandes, der seine Entstehung drei besonderen Ereignissen verdankt, der sich allerdings zugleich in eine Reihe ähnlicher eigener Bände einfügt und sich damit gleichsam im Schnittpunkt wissenschaftlicher, intellektueller und literarischer Interessen bewegt wie auch relevante biographische Hintergründe und Erfahrungen einbindet und reflektiert. Das Ereignis, auf das der erste Beitrag dieses Bandes zurück geht, war die Verleihung des Donauschwäbischen Kulturpreises 2025 des Landes Baden-Württemberg an mich, die am 7. November 2025 in Sindelfingen erfolgte. Zu diesem Anlass verfasste ich den Beitrag Donauschwäbische Kultur. Annährungen an Fragen der kulturellen Identität, dessen Manuskript ich bei der Preisverleihung durch den Innenminister von Baden-Württemberg, Herrn Thomas Strobl, diesem nach meiner Dankesrede überreichte. Zugleich stellte ich dabei in Aussicht, dass eine Veröffentlichung dieser Ausarbeitung zeitnah erfolgen würde, was mit dem vorliegenden Band denn auch eingelöst werden soll. Das zweite, durchaus bedauerliche Geschehnis ist die vor nicht allzu langer Zeit erfolgte Selbstauflösung des Exil-PEN, Sektion deutschsprachige Länder in der Bundesrepublik Deutschland, die zu einem Rückblick auf dessen längerfristige Tätigkeit Anlass gab, eine Rückbesinnung die auch und nicht zuletzt durch literarische Stellungnahmen und Reflexionen in einem Sonderheft der Literaturzeitschrift Matrix erfolgte. In diesem unmittelbaren Kontext ist der Beitrag Der Schriftsteller in der Fremde entstanden und auch erstmals in einer ähnlichen Fassung wie hier publiziert worden. Ein dritter Anlass war das Seminar Deutsches Kulturerbe. Mundarten, Hochsprache, Nachbarsprachen im östlichen Europa, in der Bildungs- und Begegnungsstätte Der Heiligenhof in Bad Kissingen, Anfang Dezember 2025, in dessen Rahmen ich einen Vortrag hielt und anschließend, auf der Grundlage einer Ideenskizze zu diesem, den in diesem Band aufgenommenen Beitrag ausarbeitete. Dabei ging es mir darum, die Beziehungen zwischen den verschiedenen Verwendungsweisen der Sprache nach etwas anderen Gesichtspunkten auszuloten, als dies gewöhnlich erfolgt. Es freut mich, dass dieser Band erneut im Pop Verlag Ludwigsburg veröffentlicht werden kann, in dem in den letzten Jahren eine ganze Reihe meiner Gedicht- und Erzählungsbände wie auch meiner literaturbezogenen Bücher erschienen sind. Ich danke dem Verleger Traian Pop, dass er sich spontan bereitfand, diesen Band zeitnah zu veröffentlichen und damit interessierten Lesern zugänglich zu machen. Wie auch sonst, bin ich für eine aufmerksame und möglichst kritische Lektüre meiner Ausführungen durch interessierte Leser besonders dankbar. Literatur Kremm, Werner: Donauschwäbischer Kulturpreis überreicht, in: Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, 33. Jg., vom 18.11.2025, Bukarest 2025 (S. 7) Leber, PeterDietmar: Laudatio auf Anton Sterbling, in: Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, 33. Jg., vom 18.11.2025, Bukarest 2025 (S. 7) Popitz, Heinrich: Autoritätsbedürfnisse. Der Wandel der sozialen Subjektivität, in: Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie, 39. Jg., Opladen 1987 (S. 633-647) Schlott, Wolfgang: Bilanz und Würdigung der Aktivitäten des Exil-PEN deutschsprachiger Länder im Rückblick (2006-2023), in: Matrix. Zeitschrift für Literatur und Kunst, Heft 1/2025 (80), Ludwigsburg 2025 (S. 28-34) Sterbling, Anton: Strukturbildende Vergesellschaftungsvorgänge und der Wandel sozialer Anerkennungsbedürfnisse, in: Hradil, Stefan (Hrsg.): Zwischen Bewußtsein und Sein. Die Vermittlung objektiver Lebensbedingungen und subjektiver Lebensweisen. Sozialstrukturanalyse 1, Opladen 1992 (S. 103-119) Sterbling, Anton: Widersprüchliche Moderne und die Widerspenstigkeit der Traditionalität, Hamburg 1997 Sterbling, Anton: Zumutungen d...

Weitere Details

Erschienen: 20.02.2026

Umfang: 244 S.

Sprache: Deutsch

Einband: EBR

Format: 2.5 x 20.2 x 14.2 cm

ISBN/EAN: 9783863564346

Umbreit-Nr.: 9994506

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