Satans Kinder
Fin-de-Siècle-Roman über Nihilismus, erotische Besessenheit, Okkultismus und den Kult der Zerstörung
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Zusatztext
Satans Kinder ist ein fin-de-siècle-Roman der radikalen Überschreitung: weniger Schauerliteratur als psychologische und weltanschauliche Studie über Nihilismus, erotische Besessenheit und den Kult der Zerstörung. Przybyszewskis nervöser, suggestiver Stil verbindet naturalistische Beobachtung mit symbolistischer Verdichtung; im Kontext der Décadence und der europäischen Moderne erscheint Satan als Chiffre für Auflehnung gegen Moral, Bürgerlichkeit und metaphysische Sicherheiten. Stanislaw Przybyszewski, 1868 in Kujawien geboren und lange in Berlin tätig, gehörte zu den prägenden Gestalten der Bohème um Munch, Strindberg und die Zeitschrift Pan. Seine Theorie der nackten Seele, sein Interesse an Psychopathologie, Okkultismus und moderner Kunst sowie seine Erfahrung zwischen polnischer Herkunft und deutschsprachiger Avantgarde bilden den geistigen Hintergrund dieses Buches. Satans Kinder verdichtet jene Spannungen zu einer fiebrigen Poetik des Grenzfalls. Empfohlen sei dieser Roman Lesern, die die dunklen Ursprünge der literarischen Moderne erkunden möchten. Wer Dostojewskis Abgründe, Nietzsches Umwertungen und die Ästhetik der Jahrhundertwende schätzt, findet hier ein kompromissloses Dokument geistiger Unruhe: verstörend, kunstvoll und historisch aufschlussreich.
Weitere Details
Erschienen: 16.12.2022
Umfang: 112 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.6 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027352227
Umbreit-Nr.: 7970208
