Alle guten Geister
Gewissen, Nächstenliebe und weibliche Lebenswelten im schwäbischen Kleinstadtleben der wilhelminischen Zeit
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Zusatztext
Alle guten Geister entfaltet eine Erzählwelt, in der sichtbare Alltagswirklichkeit und moralisch-geistige Erfahrung eng ineinandergreifen. Der Titel deutet bereits auf jene unscheinbaren Kräfte des Gewissens, der Erinnerung und der Nächstenliebe, die Schiebers Figuren leiten oder prüfen. In einem klaren, empfindsamen und zugleich nüchtern beobachtenden Stil steht das Buch im Kontext protestantisch geprägter deutscher Erzählliteratur des frühen 20. Jahrhunderts, die häusliche, soziale und seelische Konflikte als Orte ethischer Bewährung versteht. Anna Schieber, 1867 in Esslingen geboren, gehörte zu den wichtigen schwäbischen Autorinnen ihrer Zeit. Ihre Herkunft aus einem bürgerlich-protestantischen Milieu, ihre genaue Kenntnis weiblicher Lebenswelten sowie ihr Interesse an sozialer Verantwortung prägten ihr Schreiben nachhaltig. Wie viele ihrer Werke dürfte auch dieses Buch aus der Spannung zwischen Innerlichkeit und tätiger Mitmenschlichkeit entstanden sein: Schieber fragt, wie Menschen unter den Bedingungen von Pflicht, Verlust, Glauben und Gemeinschaft zu Reife und Klarheit finden. Empfohlen sei Alle guten Geister Leserinnen und Lesern, die literarische Feinzeichnung, religiös-ethische Reflexion und historische Alltagskultur verbinden möchten. Das Buch belohnt eine aufmerksame Lektüre durch stille psychologische Einsichten und eine Humanität, die nicht belehrt, sondern prüfend begleitet.
Weitere Details
Erschienen: 19.02.2023
Umfang: 208 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.1 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027368938
Umbreit-Nr.: 8838355
