Auguste Rodin
Eine Poetik des Sehens: Skulptur, plastische Form und Kunstkritik in der Pariser Moderne
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Zusatztext
Rainer Maria Rilkes Auguste Rodin ist weit mehr als eine Künstlerbiographie: Die Schrift entfaltet eine präzise Poetik des Sehens, in der Rodins Skulpturen als Arbeit an Oberfläche, Bewegung und innerer Notwendigkeit erscheinen. Ausgehend von Werken wie den Bürgern von Calais, dem Denker und der Höllenpforte beschreibt Rilke eine Kunst, die den menschlichen Körper nicht idealisiert, sondern als verdichtete Erfahrung formt. Stilistisch verbindet der Text kunsthistorische Beobachtung mit lyrischer Intensität und steht im Kontext der europäischen Moderne, die Wahrnehmung, Dinghaftigkeit und Fragment neu bestimmt. Rilke schrieb über Rodin aus unmittelbarer Nähe. Sein Aufenthalt in Paris, seine Beschäftigung mit bildender Kunst und seine zeitweilige Tätigkeit als Rodins Sekretär vertieften sein Verständnis für Disziplin, Handwerk und das geduldige Schauen. Diese Begegnung prägte auch Rilkes eigene Entwicklung zu den Dinggedichten der Neuen Gedichte: Rodins Methode, das Sichtbare ernst zu nehmen, wurde für ihn zu einem poetischen Modell. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die Kunstgeschichte, Literatur und ästhetische Theorie nicht getrennt betrachten möchten. Es bietet keine bloße Einführung in Rodin, sondern eine Schule der Aufmerksamkeit: eine anregende, dichte Meditation darüber, wie Kunst Wirklichkeit verwandelt, ohne ihr auszuweichen.
Weitere Details
Erschienen: 19.02.2023
Umfang: 140 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.8 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027371310
Umbreit-Nr.: 8838296
