Nationalismus
Humanistische Kritik an imperialer Macht, Patriotismus und entmenschlichter Politik in Europa, Japan und Indien
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Zusatztext
Rabindranath Tagores Nationalismus versammelt die berühmten Vorträge, in denen der Dichterdenker die moderne Nation als mechanische, auf Macht, Wettbewerb und ökonomische Effizienz gegründete Organisation analysiert. Ausgehend von Europa, Japan und Indien entfaltet das Buch eine scharfe Kritik an imperialer Politik, kultureller Selbstverengung und der Verwechslung von Patriotismus mit moralischer Wahrheit. Sein Stil verbindet philosophische Argumentation, poetische Bildkraft und prophetische Mahnung; literarisch steht der Text zwischen Essay, politischer Rede und spiritueller Kulturkritik der frühen Moderne. Tagore, 1861 in Kalkutta geboren und 1913 als erster nichteuropäischer Autor mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet, schrieb aus der Erfahrung kolonialer Herrschaft und zugleich aus weltbürgerlicher Bildung. Als Gründer von Santiniketan, Pädagoge, Reisender und Kritiker sowohl britischer Dominanz als auch aggressiver nationaler Bewegungen suchte er nach einer humanistischen Alternative: einer Zivilisation, die Freiheit, gegenseitige Anerkennung und geistige Selbstverantwortung höher stellt als staatliche Größe. Dieses Buch empfiehlt sich allen, die die geistigen Grundlagen politischer Moderne verstehen wollen. Tagores Warnungen vor entmenschlichter Organisation, Massenloyalität und kultureller Abschottung besitzen unverminderte Aktualität. Nationalismus ist kein bloß historisches Dokument, sondern ein anspruchsvoller, klar formulierter Appell, Politik wieder an Ethik, Menschlichkeit und universaler Würde zu messen.
Weitere Details
Erschienen: 19.02.2023
Umfang: 56 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.3 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027371488
Umbreit-Nr.: 8838462
