Der beiden Quitzows letzte Fahrten
Zusatztext
Der beiden Quitzows letzte Fahrten entfaltet vor dem Hintergrund der brandenburgischen Umbruchszeit zu Beginn des 15. Jahrhunderts den Niedergang eines trotzigen Adelsgeschlechts. Karl May gestaltet die Auseinandersetzung zwischen den Brüdern Quitzow und der erstarkenden landesherrlichen Ordnung als spannungsreiche historische Erzählung, in der Fehde, Ehre, Gewalt und politischer Wandel ineinandergreifen. Sein Stil verbindet erzählerische Anschaulichkeit, dramatische Zuspitzung und moralische Deutung; zugleich steht der Text im Kontext jener populären Geschichtsliteratur des 19. Jahrhunderts, die nationale Vergangenheit als Bühne sittlicher Entscheidungen begreift. Karl May, 1842 in Ernstthal geboren, schrieb diesen Stoff lange vor dem Welterfolg seiner Reise- und Abenteuerromane. Seine eigene Erfahrung sozialer Enge, seine Faszination für Grenzsituationen und sein Bedürfnis nach moralischer Ordnung erklären die Wahl eines historischen Konflikts, in dem Rechtsstaatlichkeit gegen private Machtanmaßung tritt. Der junge Autor erprobt hier Motive, die sein späteres Werk prägen: Bewährung, Schuld, Läuterung und die Suche nach gerechter Autorität. Empfohlen sei das Buch Lesern, die May jenseits von Winnetou und Old Shatterhand kennenlernen möchten. Es bietet ein kompaktes, lebendiges Beispiel seiner frühen historischen Prosa und zeigt, wie Unterhaltung, Geschichtsbewusstsein und ethische Reflexion einander produktiv durchdringen.
Weitere Details
Erschienen: 19.02.2023
Umfang: 336 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 1.8 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788027373468
Umbreit-Nr.: 8710590
