Staatsanwalt Sierli
Eine psychologische Studie über Recht, Schuld, Machtmissbrauch und bürgerliche Moral in der wilhelminischen Justiz
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Zusatztext
John Henry Mackays "Staatsanwalt Sierli" ist ein knapp geführtes, psychologisch geschärftes Prosastück über Recht, Schuld und die gefährliche Selbstgewissheit staatlicher Moral. Im Mittelpunkt steht die Figur des Anklägers, an der Mackay die Spannung zwischen Gesetzesform und individueller Wahrheit sichtbar macht. Sein Stil ist nüchtern, pointiert und von jener intellektuellen Strenge geprägt, die den literarischen Realismus mit den Debatten der Moderne verbindet. Das Werk gehört in den Kontext einer Literatur, die Institutionen nicht bloß schildert, sondern ihre verborgenen Machtmechanismen freilegt. Mackay, 1864 in Greenock geboren und in Deutschland aufgewachsen, war Dichter, Erzähler und einer der bedeutendsten Vertreter des individualistischen Anarchismus. Seine Beschäftigung mit Max Stirner, mit gesellschaftlicher Außenseiterschaft und mit staatlicher Repression prägte sein Schreiben nachhaltig. Auch seine Erfahrungen mit Zensur, bürgerlicher Moral und juristischer Verfolgung nonkonformer Lebensformen erklären die Schärfe, mit der er die Figur des Staatsanwalts literarisch durchdringt. Empfohlen sei dieses Buch allen Lesern, die an politisch wacher Literatur, präziser Charakterzeichnung und der Kritik institutioneller Autorität interessiert sind. "Staatsanwalt Sierli" ist kein bloßes Zeitdokument, sondern eine konzentrierte Studie über Macht, Gewissen und Freiheit.
Weitere Details
Erschienen: 01.12.2023
Umfang: 72 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.4 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028345945
Umbreit-Nr.: 2778459
