Richter und Dichter
Zwischen Gerichtssaal und Gewissen: Justiz, Amtsleben und literarische Selbstbehauptung im bürgerlichen Realismus
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Zusatztext
Richter und Dichter entfaltet die spannungsreiche Doppelgestalt eines Lebens zwischen Gesetz und Imagination. Ernst Wichert gestaltet das Verhältnis von Rechtsprechung, Gewissen und künstlerischer Selbstbehauptung mit jener erzählerischen Klarheit, die den bürgerlichen Realismus des späten 19. Jahrhunderts auszeichnet. Das Buch verbindet genaue Beobachtung gesellschaftlicher Institutionen mit psychologischer Anteilnahme: Gerichtssaal, Amtsstube und literarisches Innenleben erscheinen als Räume, in denen Wahrheit nicht nur festgestellt, sondern auch gedeutet werden muss. Wichert selbst war für diese Thematik in besonderer Weise prädestiniert. Als ostpreußischer Jurist, Richter und später Hochschullehrer kannte er die Formen staatlicher Ordnung aus eigener Praxis; als produktiver Erzähler und Dramatiker suchte er zugleich nach den moralischen und ästhetischen Möglichkeiten der Literatur. Seine Erfahrung im Justizwesen verlieh seinen Figuren Glaubwürdigkeit, während seine Bindung an die deutsche Erzähltradition ihm erlaubte, rechtliche Konflikte als humane Bewährungsproben zu lesen. Dieses Buch empfiehlt sich Lesern, die Literatur nicht als bloße Unterhaltung, sondern als Erkenntnisform verstehen. Wer sich für Rechtskultur, Gewissensfragen und die Selbstreflexion des Künstlers interessiert, findet hier ein Werk von stiller Autorität, historischer Anschaulichkeit und bleibender intellektueller Aktualität.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 144 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.8 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028347611
Umbreit-Nr.: 2780638
