Die Lady Makbeth des Mzensker Landkreises
Verbotene Leidenschaft, Mord und Schuld in der russischen Provinz des Zarenreichs
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Zusatztext
In "Die Lady Makbeth des Mzensker Landkreises" verdichtet Nikolai Leskow eine Provinzgeschichte zu einer Studie über Begehren, Gewalt und soziale Erstarrung. Im Mittelpunkt steht Katerina Ismailowa, deren Ehe in patriarchaler Enge und emotionaler Leere verkümmert, bis Leidenschaft und Mord eine unaufhaltsame Dynamik entfalten. Leskows lakonische, mündlich gefärbte Erzählkunst verbindet realistische Milieuschilderung mit balladenhafter Grausamkeit und stellt die Novelle in den Kontext der großen russischen Auseinandersetzung mit Schuld, Moral und gesellschaftlicher Heuchelei. Leskow, 1831 in Orjol geboren, kannte die russische Provinz aus eigener Anschauung: Reisen, kaufmännische Tätigkeiten und journalistische Arbeit machten ihn mit Kaufmannsmilieus, religiösen Strömungen und volkstümlicher Rede vertraut. Seine Skepsis gegenüber einfachen moralischen Urteilen prägt auch dieses Werk. Anders als viele Zeitgenossen beobachtet er nicht nur gesellschaftliche Strukturen, sondern auch die eigentümliche Energie einzelner Charaktere, deren Handeln zugleich verständlich und erschreckend bleibt. Diese Novelle empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die psychologische Intensität, präzise Sozialkritik und sprachliche Eigenart suchen. Sie ist kurz, aber von außergewöhnlicher Nachwirkung: ein Text, der Shakespeares Motiv der mörderischen Ambition in die russische Provinz versetzt und dort eine beklemmend moderne Tragödie weiblicher Gefangenschaft und entfesselter Selbstbehauptung sichtbar macht.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 376 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 2 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028348267
Umbreit-Nr.: 2778611
