Das Tagebuch der Mademoiselle S.
Intime Bekenntnisse zwischen weiblicher Sexualität, Opernmilieu und bürgerlicher Moral im 19. Jahrhundert
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Zusatztext
Das Tagebuch der Mademoiselle S. entfaltet sich als intime Ich-Aufzeichnung, in der Erinnerung, Begehren und Selbstprüfung zu einer dichten Prosa der Enthüllung verschmelzen. Der Text steht im Kontext der europäischen Bekenntnis- und erotischen Tagebuchliteratur des 19. Jahrhunderts: Er verbindet episodische Dramaturgie mit psychologischer Beobachtung und einer auffallend theatralen Inszenierung weiblicher Erfahrung. Hinter der scheinbaren Privatheit des Tagebuchs erscheint eine kritische Vermessung bürgerlicher Moral, sozialer Rollen und körperlicher Selbstbestimmung. Wilhelmine Schröder-Devrient, 1804 in Hamburg geboren und 1860 gestorben, war eine der bedeutendsten dramatischen Sängerinnen ihrer Zeit. Ihre Verkörperungen, besonders in Beethovens Fidelio, prägten das Musiktheater nachhaltig; auch Richard Wagner bewunderte ihre Ausdruckskraft. Ein Leben zwischen Bühne, Ruhm, Reisen und öffentlicher Beobachtung konnte ihr ein geschärftes Bewusstsein für Masken, Leidenschaft und gesellschaftliche Kontrolle vermitteln. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die literarische Selbstzeugnisse nicht nur als Skandaltexte, sondern als kulturhistorische Dokumente lesen möchten. Es bietet einen aufschlussreichen Zugang zu Geschlechterbildern, Körperdiskursen und ästhetischen Formen des 19. Jahrhunderts und bleibt gerade durch seine Spannung zwischen Intimität und Inszenierung bemerkenswert.
Weitere Details
Erschienen: 02.12.2023
Umfang: 80 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.5 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028349332
Umbreit-Nr.: 2780471
