Hexenkunst in Salem
Hexenprozesse von 1692 zwischen puritanischem Dogma, sozialer Angst und kolonialer Rechtsprechung
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Zusatztext
Charles Wentworth Uphams "Hexenkunst in Salem" rekonstruiert die Hexenprozesse von 1692 nicht als bloße Chronik des Aberglaubens, sondern als dichtes Geflecht aus Theologie, Lokalpolitik, sozialer Angst und juristischer Fehlleistung. In einem nüchternen, dokumentarisch geschulten Stil verbindet das Werk archivalische Genauigkeit mit moralhistorischer Deutung. Es steht im Kontext der amerikanischen Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts, die puritanische Ursprünge kritisch befragt und zugleich die Entstehung kolonialer Gemeinwesen analysiert. Upham, Geistlicher, Politiker und Historiker aus Massachusetts, war mit der religiösen und kommunalen Kultur Neuenglands tief vertraut. Seine Nähe zu Salem und sein Interesse an kirchlicher Geschichte ermöglichten ihm, lokale Überlieferung, Prozessakten und genealogische Zusammenhänge besonders sorgfältig auszuwerten. Gerade seine doppelte Perspektive als Unitarier und öffentlicher Intellektueller dürfte ihn dazu bewegt haben, Fanatismus, institutionelle Verantwortung und die Gefährdung rationaler Rechtsprechung historisch zu untersuchen. Dieses Buch empfiehlt sich Leserinnen und Lesern, die Salem jenseits populärer Legenden verstehen wollen. Es bietet eine gelehrte, quellengesättigte Darstellung, die historische Distanz mit eindringlicher Warnung verbindet: Wo Angst, Dogma und Machtinteressen zusammentreffen, kann eine Gemeinschaft ihre eigenen Maßstäbe von Wahrheit und Gerechtigkeit verlieren.
Weitere Details
Erschienen: 23.06.2025
Umfang: 456 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 2.5 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028390716
Umbreit-Nr.: 7095350
