Das innere Schloss
Sieben Wohnungen der Seele: kontemplatives Gebet, Läuterung und Gottesvereinigung in der spanischen Mystik
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Zusatztext
Das innere Schloss, 1577 entstanden, gehört zu den großen Texten der christlichen Mystik und entfaltet die Seele als kristallenes Schloss mit sieben Wohnungen. In dieser architektonischen Allegorie beschreibt Teresa den Weg von Selbsterkenntnis, Gebet und innerer Läuterung bis zur geistlichen Vermählung mit Gott. Ihr Stil verbindet theologische Präzision, anschauliche Metaphorik und eine bemerkenswert persönliche, beinahe dialogische Stimme; im Kontext der spanischen Gegenreformation wird das Werk zugleich Anleitung, Bekenntnis und subtile Verteidigung weiblicher geistlicher Autorität. Teresa von Ávila, Karmelitin, Reformerin und später Kirchenlehrerin, schrieb aus einer Existenz heraus, die von Krankheit, Visionserfahrungen, kirchlicher Prüfung und praktischer Ordensarbeit geprägt war. Ihre Reform des Karmel zielte auf Armut, Sammlung und kontemplative Strenge. Gerade diese Spannung zwischen institutioneller Kontrolle und innerer Freiheit erklärt die Dringlichkeit des Buches: Teresa sucht eine Sprache, die mystische Erfahrung prüfbar, demütig und dennoch unverlierbar macht. Empfohlen sei Das innere Schloss allen Leserinnen und Lesern, die spirituelle Literatur nicht als Erbauung allein, sondern als anspruchsvolle Anthropologie des Inneren verstehen. Das Werk fordert Geduld, belohnt aber mit einer seltenen Verbindung von psychologischer Beobachtung, poetischer Kraft und geistlicher Kühnheit.
Weitere Details
Erschienen: 23.06.2025
Umfang: 124 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.7 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028390839
Umbreit-Nr.: 7095125
