Chéri
Zusatztext
Chéri entfaltet die Geschichte der alternden Kurtisane Léa de Lonval und ihres jungen Geliebten Fred Peloux, genannt Chéri, im Milieu der mondänen Pariser Halbwelt kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Colette erzählt diese Liaison als Studie über Begehren, Gewohnheit, Zeit und Verlust: Ihr Stil ist sinnlich, knapp und von psychologischer Präzision, zugleich elegant in der Beobachtung von Körpern, Interieurs und gesellschaftlichen Codes. Im literarischen Kontext der frühen Moderne verschiebt der Roman den Liebesroman hin zu einer nüchternen Analyse weiblicher Erfahrung. Colette, 1873 als Sidonie-Gabrielle Colette geboren, kannte die Bühnen, Salons und Grenzräume der französischen Gesellschaft aus eigener Anschauung. Nach frühen literarischen Erfolgen, Erfahrungen als Varietékünstlerin und einem Leben jenseits bürgerlicher Konventionen entwickelte sie ein außergewöhnliches Sensorium für Macht, Alter, Sexualität und soziale Masken. Chéri speist sich aus dieser Kenntnis einer Welt, in der ökonomische Abhängigkeit und erotische Selbstbehauptung untrennbar verbunden sind. Empfohlen sei dieses Buch allen Leserinnen und Lesern, die eine konzentrierte, zugleich schmerzhaft klare Prosa schätzen. Chéri ist kein bloßes Gesellschaftsporträt, sondern ein Meisterwerk über die Würde und Grausamkeit des Abschieds, dessen Modernität bis heute unvermindert wirkt.
Weitere Details
Erschienen: 24.06.2025
Umfang: 76 S.
Sprache: Deutsch
Einband: KT
Format: 0.4 x 22.9 x 15.2 cm
ISBN/EAN: 9788028392802
Umbreit-Nr.: 7095556
